09.04.2010 06:02 Von: Andreas Stier

Für Radwegeinitiative haben Schulwege Priorität

Am 14. April trifft sich die Ludwigsburger Radwegeinitiative zum vierten Mal mit VertreterInnen aus Politik und Verwaltung zum öffentlichen "Runden Tisch", dieses Mal im "Dialog live", Marktplatz 5. Beginn ist 19 Uhr.

In bewährter Weise werden an der Veranstaltung Baubürgermeister Schmid, die städtischen Mitarbeiter der Fachbereiche Tiefbau und Verkehrsplanung, die Radwegeinitiative, Vertreter von Schulen und örtlichen Unternehmen, sowie an der Verbesserung des Radverkehrs interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeiten für Ludwigsburg offen diskutieren und neue Ideen entwickeln können.

Als Auftakt - und als Denkanstoß für Ludwigsburg - steht ein Erfahrungsbericht des Leiters der Esslinger Verkehrsbetriebe zur im vergangenen Jahr dort eingeführten Fahrradmitnahme in öffentlichen Bussen auf Steigungsstrecken in die Stadtteile außerhalb des Neckartales. Hier könnte die Anbindung für Radfahrer aus den Stadtteilen Neckarweihingen und insbesondere Poppenweiler mit einem vergleichbaren Modell innerhalb kurzer Zeit ohne aufwändige Baumaßnahmen deutlich verbessert werden.

Weiter stehen Erfahrungsberichte der Stadtverwaltung zu im vergangenen Jahr durchgeführten Baumaßnahmen und erste Erfahrungen nach Eröffnung der ersten vom ADFC in Baden-Württemberg zertifizierten Radstation (die LKZ berichtete) am neuen Westausgang des Bahnhofs auf dem Programm.

Einen, für die Radwegeinitiative zentralen Punkt stellt die Schulwegeempfehlung dar. Insbesondere im Bereich der, für die Erreichung der Innenstadtschulen aus Süden und Westen, sehr wichtigen Radachsen Seestraße und Schillerstraße. Hier sind täglich zahlreiche Schülerinnen und Schüler mit dem Fahrrad mit teilweise hohem Gefährdungspotential  unterwegs. Zählungen der Stadtverwaltung im vergangenen Jahr haben in den Sommermonaten bis zu täglich rund 4.000 (!) an den Innenstadt-Schulen abgestellte Fahrräder ergeben! Infolge dessen sind auch die dort derzeit vorhandenen Abstellmöglichkeiten absolut ungenügend. Die Schulhöfe werden nach Beobachtungen der Radwegeinitiative oft nicht mehr kontrollierbar zugeparkt, die Räder häufig durch – da nicht anlehnbar - reihenweise umstürzende Drahtesel beschädigt, sodass die Schüler in der Folge häufig mit verkehrsunsicheren Rädern unterwegs sind. „Hier müssen kurzfristig und dringend, auch mit knappem städtischem Budget machbare Lösungen her, um wirksam Abhilfe und sichere Schulwege aus allen Stadtteilen zu schaffen!“ so der Sprecher der Radwegeinitiative, Andreas Stier.

Die Stadt Ludwigsburg wird im Weiteren Ihre Planungen insbesondere hinsichtlich einer zusätzlich angedachten Querung der Bahnlinie in Richtung Weststadt, zu Fahrradabstellanlagen in der Innenstadt und zur Fortschreibung des Radwege-Maßnahmenkataloges vorstellen, sowie über die bereits umgesetzten zahlreichen Baumaßnahmen aus den gemeinsamen Brennpunkte-Radtouren berichten.

Abschließend werden die Maßnahmen, welche mit den im Haushalt 2010 eingestellten Mitteln realisiert werden können, vorgestellt und diskutiert. „Hierbei ist es wichtig, die Maßnahmen mit dem größten Nutzen für den Radverkehr vor Einzelmaßnahmen mit den größten Kosten und beschränktem Nutzen zu stellen“, so ADFC-Mitglied Werner Holzinger zu den Erwartungen der Radwegeinitiative.